Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) feierte im Mai diesen Jahres seinen ersten Geburtstag. Die für die EU geltende Richtlinie hat die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Unternehmen und Behörden neu definiert.
Jedoch ist das geltende Recht in einigen Punkten unklar und für einen Laien nur schwer zu verstehen, wie der Rechtsanwalt Sören Siebert auf dem Portal E-Recht-24 darlegt. Die großen Überraschungen sind trotzdem für die meisten Händler ausgeblieben, da oftmals ohne zu überlegen ein Coockie-Hinweis in die Website integriert wurde und man sich damit sicher fühle. Einer aktuellen Studie zufolge sind die meisten Cookie-Hinweise auf Webseiten in der EU jedoch nicht ausreichend, um der DSGVO und Datenschutzregeln zu entsprechen.
Forscher der Ruhr-Uni Bochum und der University of Michigan arbeiteten gemeinsam daran, eine aussagekräftige Studie zu entwerfen, welche zeigt, dass die meisten Cookie-Hinweise auf Websites bzw. Onlineshops in der EU, nicht den strengen Vorgaben entsprechen. Die Studie ist noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber das US-Tech-Portal Techcrunch durfte schon einen Blick riskieren. Demnach ging es den Forschern bei der Studie darum zu untersuchen, wie Verbraucher beim Besuch von Webseiten mit den verschiedenen Ausgestaltungen der Cookie-Hinweise umgehen und darauf reagieren.
Website-Besucher die einen Coockie-Hinweis bestätigen mussten, der den Datenschutzregeln der EU entsprach und etwa um die Einwilligung zur Verwendung von Cookies gebeten wurden, klickten nur in knapp 14% der Fälle auf den Button. Eine große Anzahl an Cookie-Hinweisen (86 Prozent), boten den Website-Besuchern keine Wahlmöglichkeit, sondern nur den Hinweis darauf, dass Cookies verwendet werden. Die Mehrheit der Website-Betreiber (57 Prozent) versuchen laut der Studie, die Verbraucher mittels eines bestimmten Designs, beispielsweise mit einem farbigen Button, in eine bestimmte Richtung zu drängen und die Einwilligung einzuholen.
Alles in allem haben die Forscher rund 5.000 Cookie-Hinweise großer Webseiten in der EU untersucht, um Unterschiede festzuhalten. Darüber hinaus kooperierten die Forscher mit einer großen deutschen E-Commerce-Website, die über einen Zeitraum von vier Monaten Daten erhob, wie die über 82.000 Besucher mit verschiedenen Cookie-Hinweis-Designs interagierten.
„Angesichts der gesetzlichen Anforderungen, eine ausdrückliche Einwilligung in Kenntnis der Sachlage einzuholen, ist offensichtlich, dass die überwiegende Mehrheit der Cookie-Einwilligungserklärungen nicht mit dem europäischen Datenschutzgesetz vereinbar sind“, zitiert Techcrunch die Forscher.
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie unter folgendem Link: https://t3n.de/news/dsgvo-cookie-hinweise-studie-1187253/
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